Beziehungs-Comeback
„Hättest du damals um mich gekämpft …“
Manchmal trifft man, einige Zeit nach der Trennung, seine Ex oder seinen Ex zufällig wieder. Man hat mittlerweile Abstand zum Liebeskummer, ist vielleicht längst in einer neuen Beziehung.
Und dann fällt der Satz: „Hättest du damals um mich gekämpft …“
Was, wenn man sich dann die Frage stellt, ob es damals richtig war, so schnell aufzugeben. Hat man aus Angst davor, „wieder in ein tiefes Loch zu fallen“, es deswegen gar nicht erst versucht.
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, nach einer Trennung einfach aufzugeben und die Situation zu akzeptieren oder hinzunehmen wie sie ist.
Nur wenn dann aber die „Hätte ich … hätte ich …“ in Ihrem Kopf keine Ruhe geben, dauert es manchmal eine gefühlte Ewigkeit, bis es einem wieder besser geht oder man kommt nie richtig über die Trennung hinweg.
War es wirklich richtig, die Beziehung aufzugeben?
War die Trennun voreilig?
In unserem ersten Gespräch lasse ich mir sehr genau die Höhen und Tiefen der vergangenen Beziehung erzählen, stelle eine Vielzahl von Fragen und höre bei der Schilderung wie und warum die Beziehung beendet wurde, sehr genau hin. Dafür nehme ich mir eine Doppelstunde Zeit. Es kommt auf viele Details an. Eins davon ist, wie direkt nach der Trennung miteinander umgegangen wurde, ein weiteres, wieviel Einfluss Freunde und Familie hatten.
Nicht selten gibt es eine Überraschung für meinen Klienten, wenn ich sage, dass es mich überhaupt nicht wundert, dass der Schmerz nicht geht:
Eigentlich sprechen wir über eine gute starke Beziehung, da war viel Liebe, auch wenn es sich im turbulenten Alltag manchmal anders angefühlt hat. Der Gedanke, den Partner für immer verloren zu haben, tut so unbeschreiblich weh.
Vielleicht nagt tief im Innern das Gefühl, dass es nicht richtig war, die Beziehung zu beenden. Dann stelle ich die Frage: "Warum haben Sie nicht gekämpft?“
Oft sind es Antworten wie: „Ich hatte keine Kraft, nicht den Mut, Angst, mich zu blamieren“ oder „Meine Freunde/Familie waren gegen ihn oder sie und haben mich bestärkt, dass es so besser ist“, oder „Ich wusste nicht, wie ich das machen soll.“, oder „Ich hatte Angst davor, dass es nicht funktioniert.“Dann stelle ich die Frage in den Raum: „Warum kämpfen wir nicht jetzt?“
Ich rate ein paar Nächte darüber zu schlafen. Es muss sich richtig anfühlen. Danach gehen wir das gemeinsam an.Ich verspreche, dass nichts, was wir unternehmen, für meinen Klienten peinlich sein wird oder dass er/sie sich "kleinmachen" wird.Das ist nämlich verständlicherweise immer eine große Sorge.
„Bitte machen Sie irgendwas, damit der Schmerz aufhört!“
Die meisten Coachings, wenn es um ein Beziehungs-Comeback geht, beginnen gar nicht mit dem Wunsch „Ex zurückgewinnen“, sondern mit einem Liebeskummer, der einfach nicht aufhört, weil man den Ex oder die Ex nicht vergessen kann.
Vielleicht hat man schon „gekämpft“ oder man hat das gemacht, was man unter „kämpfen“ versteht: unzählige Briefe, SMS zu schreiben, die ganze Schuld auf sich zu nehmen, Blumen geschickt….
Oder man hat gar den Fehler gemacht und gefragt: „Lohnt es sich zu kämpfen/Soll ich um dich kämpfen?“ und hat natürlich ein Nein bekommen.
Das ganz große Problem bei einer Trennung ist immer „zu denken, was der Andere denkt.“ Und zwar auf beiden Seiten! Damit liegen beide zu über 90% falsch – egal wie gut man den Anderen zu kennen glaubt.
Das hindert viele daran, nach einer Trennung, um die Beziehung zu kämpfen… kennt man doch alle Antworten schon! Das aber stimmt einfach nicht!
Im Paarcoaching geht es u.a. um folgende Fragen:
Wichtig: Wenn ich der Meinung bin, dass ein Comeback-Coaching keinen Sinn macht, sage ich Ihnen das offen und ehrlich. Ich begründe Ihnen dann natürlich, warum ich das denke.
Wenn ich ausdrücklich zu einem Comeback-Coaching rate, dann gehe ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Comeback-Coaching wie gewünscht enden wird.